Mission Olympiafinale erfüllt!

Finalticket gelöst, noch reichlich Reserven im Köcher: Samuel Wachter hat bei den Olympischen Jugendspielen in Dakar (SEN) sein großes Ziel erreicht. Der 17-jährige Fussacher turnte mit 73.665 Punkten auf Rang 14 der (bereinigten; Anm.) Qualifikation und steht damit am Dienstag (12:30 Uhr MEZ) im Mehrkampf-Finale der besten 18 Nachwuchsturner der Welt. Und das, obwohl längst nicht alles nach Wunsch lief. Für den großen Showdown ist also noch Luft nach oben. Und wer Wachter kennt, weiß: Wenn es darauf ankommt, erwacht in ihm das „Wettkampftier“.

Nach seinen Silber-Coups beim Europäischen Olympischen Jugendfestival (EYOF) 2025 und der Junioren-Europameisterschaft 2026 hat Wachter also auch in Dakar abgeliefert - wenngleich er mit seiner eigenen Leistung am Samstag noch haderte. „Einerseits bin ich mega glücklich, dass ich es geschafft habe“, so der Vorarlberger. „Andererseits bin ich echt nicht zufrieden mit mir, weil einige Fehler passiert sind, die komplett unnötig sind.“

Sprung ins Grande Finale

Während am Barren, Reck und Boden noch Luft nach oben blieb, setzte Wachter ausgerechnet auf seinem Paradegerät zum Sprung ins Grande Finale an. Mit 13.200 Punkten erzielte er zum Abschluss seine höchste Wertung - und das, obwohl die Liebe zum Sprung in den Trainingstagen auf dem Prüfstand war. „Das, was im Training nicht geklappt hat, hat heute super geklappt. Und das, was im Training super geklappt hat, hat heute nicht funktioniert“, schmunzelt der Vorarlberger über die Launen des Turnsports.

Mit ein wenig Abstand reifte in Wachter dann aber die wichtigste Erkenntnis des Tages. "Es ist schon ein gutes Gefühl, dass ich auch zu den besten Nachwuchsturnern der Welt gehöre, wenn ich nicht meinen perfekten Wettkampf abliefere." Und für Dienstag ist ohnehin wieder alles offen, alle 18 Finalisten starten bei null. „Jeder muss sein Ding machen. Jeder muss erst einmal fehlerfrei durchkommen“, weiß Wachter.

Das „Wettkampftier“ ist wieder gefragt

Dass Wachter gerade bei großen Wettkämpfen über sich hinauswachsen kann, hat er in der Vergangenheit mehrfach bewiesen. Nicht umsonst bezeichnete er sich nach seinem Silber-Coup bei der Junioren-EM selbst als „Wettkampftier“.

Für sein erstes Olympia-Finale darf dieses nun erneut geweckt werden. An Selbstvertrauen mangelt es trotz der durchwachsenen Qualifikation jedenfalls nicht. „Durch die tausenden Übungen und die tägliche Arbeit, die wir in den vergangenen Tagen, Wochen, Monaten und Jahren gemacht haben, bin ich sehr selbstsicher geworden.“

Bis Dienstag bleibt noch Zeit, an den entscheidenden Stellschrauben zu drehen. Vor allem die Abgänge sollen wieder sitzen, schließlich weiß Wachter genau, wo er in der Qualifikation Punkte liegen gelassen hat. Sein Rezept für die kommenden Tage ist entsprechend simpel: „Ich werde auf jeden Fall die Fehler von heute noch einmal verbessern. So lange, bis es perfekt ist.“ Eine Steigerung ist nötig, aber sicherlich auch möglich: „Vielleicht war heute einfach nicht mein Tag. Aber am Dienstag werde ich es besser machen.“

Und dann? Dann wartet der bisher größte Wettkampf seiner noch jungen Karriere. Der Druck der Qualifikation ist Geschichte, die Vorfreude auf einen weiteren Auftritt unter den besten Nachwuchsturnern der Welt darf wachsen. „Alleine hier dabei zu sein, ist eine Riesenehre“, sagt Wachter. Und bringt seine Ausgangslage mit einem Satz auf den Punkt: „Jetzt muss ich mich für das Finale noch steigern, dann ist alles möglich!"

Text übernommen von www.turnsport-austria.at

Olympische Jugendspiele Dakar

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