Bewerbe

Europameisterschaft Kunstturner

19. bis 23. August 2026 | Zagreb, Kroatien

Vorarlberg glänzt auf Europas großer Turnbühne

Silber für Samuel Wachter, WM-Ticket für Gino Vetter und starke Auftritte von Leni Bohle, Mateo Fraisl, Luca Hagen und Jana Beck: Die Kunstturn-Europameisterschaften 2026 in Zagreb wurden aus Vorarlberger Sicht zu einem besonderen internationalen Höhepunkt.

Zwei Wochen lang blickte Europas Turnwelt im August nach Zagreb. Bei den Europameisterschaften der Frauen und Juniorinnen sowie der Männer und Junioren traf sich die kontinentale Spitze in der kroatischen Hauptstadt. Mittendrin befand sich eine bemerkenswert große Vorarlberger Abordnung.

Mit Leni Bohle und Jana Dina Beck bei den Frauen und Juniorinnen sowie Gino Vetter, Mateo Fraisl, Samuel Wachter und Luca Hagen bei den Männern und Junioren schafften gleich sechs Vorarlberger Aktive den Sprung auf die große internationale Bühne. Dazu feierte mit Michael Fussenegger ein weiterer Vorarlberger seine EM-Premiere als österreichischer Männer-Nationaltrainer.

Und die Bilanz kann sich sehen lassen: Eine historische Silbermedaille, ein WM-Ticket, ein neunter Platz in einem EM-Mehrkampffinale und mehrere bemerkenswerte persönliche Erfolgsgeschichten machten Zagreb 2026 zu einer Europameisterschaft, die aus Vorarlberger Sicht lange in Erinnerung bleiben wird.

Samuel Wachter schreibt Vorarlberger Turngeschichte

Für das absolute Highlight sorgte Samuel Wachter von der TS Fußach. Der 17-Jährige zeigte bereits in der Qualifikation, dass mit ihm zu rechnen ist. Mit 13,599 Punkten und Rang vier qualifizierte sich Wachter für das Sprungfinale. Gleichzeitig schaffte er als 18. auch den Einzug ins Mehrkampffinale. Im Sprungfinale folgte schließlich der große Coup. Wachter behielt auf der größten Bühne die Nerven, brachte seine beiden Sprünge hervorragend auf die Matte und erreichte einen Schnitt von 13,483 Punkten. Nur der Ukrainer Valentyn Havrylchenko war an diesem Tag stärker.

Silber für Samuel Wachter – und damit der Junioren-Vizeeuropameistertitel!

Es war nicht nur der bislang größte Erfolg in der Karriere des jungen Vorarlbergers, sondern gleichzeitig ein historischer Moment für den heimischen Turnsport: Wachter holte die erste Vorarlberger Medaille bei einer Junioren-Europameisterschaft und erst die dritte österreichische Junioren-EM-Medaille überhaupt. Doch damit war seine EM noch nicht beendet. Im Mehrkampffinale legte Wachter noch einmal nach. Mit 75,698 Punkten belegte er den hervorragenden neunten Platz in Europa und bestätigte damit eindrucksvoll, dass er längst zur europäischen Spitze seines Jahrgangs gehört. Nach seiner Silbermedaille beim European Youth Olympic Festival 2025 war Zagreb damit der nächste große internationale Meilenstein seiner noch jungen Karriere.

Luca Hagen als Teil eines starken österreichischen Juniorenteams

Auch Luca Hagen durfte in Zagreb wertvolle internationale Erfahrung sammeln. Gemeinsam mit Samuel Wachter, Jeremy Balazs, Michael Miggitsch und Emil Pfurtscheller trat der Vorarlberger für Österreich im Junioren-Team an. Die junge rot-weiß-rote Mannschaft zeigte dabei eine starke Vorstellung und erreichte in der Teamwertung den achten Platz. Ein Ergebnis, das die positive Entwicklung des österreichischen Nachwuchses unterstreicht – und mit Wachter und Hagen standen gleich zwei Vorarlberger im erfolgreichen EM-Team.

Gino Vetter löst das WM-Ticket

Auch bei Österreichs Elite-Männern führte an Vorarlberg kein Weg vorbei. Gino Vetter von der TS Lustenau ging mit einem klaren Ziel in seine zweite Europameisterschaft: Der 20-Jährige wollte einen stabilen Mehrkampf zeigen und sich damit für die Weltmeisterschaft im Oktober in Rotterdam qualifizieren.

Mission erfüllt.

Vetter präsentierte sich an allen sechs Geräten konstant und erreichte im Mehrkampf 77,032 Punkte. Damit belegte er im starken europäischen Feld Rang 35. Noch wichtiger war jedoch das Ergebnis im Hinblick auf die Weltmeisterschaft: Mit seiner Leistung sicherte sich Vetter eines der begehrten WM-Tickets. Damit darf sich der Vorarlberger nach seiner starken bisherigen Saison auf den nächsten internationalen Höhepunkt freuen.

Mateo Fraisl und das wohl emotionalste Comeback der EM

Eine der außergewöhnlichsten Geschichten der gesamten Europameisterschaft schrieb Mateo Fraisl. Noch im März schien eine Teilnahme in Zagreb praktisch ausgeschlossen. Beim DTB-Pokal in Stuttgart hatte sich der Vorarlberger einen schweren Oberschenkelbruch zugezogen. Nur fünf Monate später stand Fraisl wieder auf der EM-Bühne. Allein die Rückkehr in das österreichische Nationalteam war eine außergewöhnliche Leistung. In Zagreb trat Fraisl am Pauschenpferd an und feierte damit sein internationales Comeback. Sportlich war dieser Auftritt weit mehr als nur ein Ergebnis: Nach Monaten der Rehabilitation bedeutete die EM-Teilnahme einen wichtigen Schritt zurück in den Spitzensport. Gemeinsam mit Gino Vetter, Vincent Lindpointner, Martin Miggitsch und Askhab Matiev erreichte Österreich in der Mannschaftswertung Rang 22.

Leni Bohle beste Österreicherin im Mehrkampf

Bereits eine Woche vor den Männern hatten die europäischen Top-Turnerinnen die Arena in Zagreb übernommen. Mit dabei: Leni Bohle von der TS Hohenems. Die frischgebackene österreichische Mehrkampf-Staatsmeisterin bestätigte dabei ihre starke Saison auch auf internationaler Bühne. Bohle absolvierte einen kompletten Mehrkampf und erreichte: Sprung: 13,066 Punkte Stufenbarren: 11,833 Punkte Schwebebalken: 12,266 Punkte Boden: 12,233 Punkte Mit insgesamt 49,398 Punkten belegte die Vorarlbergerin Rang 27 im EM-Mehrkampf – und war damit die beste Österreicherin in der Mehrkampfwertung. Besonders bemerkenswert: Bohle blieb damit nur hauchdünn unter ihrer persönlichen Bestleistung von 50,350 Punkten. Nach ihrem ersten österreichischen Mehrkampftitel bei den Staatsmeisterschaften in Dornbirn war die Europameisterschaft damit ein weiterer Höhepunkt einer bislang herausragenden Saison. Mit Österreich erreichte Bohle in der Mannschaftswertung mit 145,264 Punkten Rang 19.

Jana Beck sammelt wertvolle EM-Erfahrung

Auch im Juniorinnenbewerb war Vorarlberg vertreten. Jana Dina Beck von der Sparkasse SG Götzis hatte sich mit starken Leistungen während der Saison für ihre erste große internationale Meisterschaft empfohlen. Bereits beim Länderkampf in Wien hatte die 14-Jährige gemeinsam mit dem österreichischen Juniorinnen-Team für Aufsehen gesorgt und gegen Tschechien und die Slowakei den Mannschaftssieg gefeiert. In Zagreb folgte nun der nächste große Schritt. Gemeinsam mit Maria Katharina Strigl, Larissa Szanwald, Helene Richter und Lea Walli ging Beck für Österreich an den Start. Am Boden erhielt die junge Vorarlbergerin 10,000 Punkte. Auch wenn bei ihrem ersten EM-Auftritt noch nicht alles nach Wunsch verlief, sammelte Beck auf der größten europäischen Nachwuchsbühne enorm wertvolle Erfahrungen. Österreich erreichte mit 136,030 Punkten Rang 14 in der Juniorinnen-Teamwertung. Für Beck war Zagreb damit vor allem eines: ein wichtiger Schritt in ihrer sportlichen Entwicklung und eine Erfahrung, auf der sie in den kommenden Jahren aufbauen kann.

Michael Fussenegger erstmals als Nationaltrainer bei einer EM

Eine besondere Europameisterschaft war Zagreb auch für Michael Fussenegger. Seit Beginn des Jahres trägt der Vorarlberger die sportliche Verantwortung für Österreichs Kunstturner. In Zagreb stand der 32-Jährige erstmals bei einem internationalen Großereignis als Nationaltrainer an der Spitze des österreichischen Männer- und Juniorenteams. Und gleich bei dieser Premiere durfte er einen ganz besonderen Moment erleben: den Junioren-Vizeeuropameistertitel von Samuel Wachter. Damit trägt Vorarlberg nicht nur auf Athletenseite, sondern auch im Trainerbereich maßgeblich zur Entwicklung des österreichischen Kunstturnens bei.

Eine EM-Bilanz, die Mut für die Zukunft macht

Die Europameisterschaften von Zagreb haben einmal mehr gezeigt, welchen Stellenwert Vorarlberg mittlerweile im österreichischen Kunstturnen besitzt. Sechs Vorarlberger Aktive auf der EM-Bühne.

Samuel Wachter: Junioren-Vizeeuropameister am Sprung und Rang 9 im Mehrkampf
Luca Hagen: Rang 8 mit Österreichs Junioren-Team
Gino Vetter: Rang 35 im Mehrkampf und Qualifikation für die Weltmeisterschaft
Mateo Fraisl: beeindruckendes EM-Comeback nur fünf Monate nach seinem Oberschenkelbruch
Leni Bohle: Rang 27 und beste Österreicherin im Elite-Mehrkampf
Jana Dina Beck: EM-Debüt und Rang 14 mit Österreichs Juniorinnen-Team

Dazu kommt mit Michael Fussenegger ein Vorarlberger Nationaltrainer, der bei seiner ersten Europameisterschaft in dieser Funktion bereits eine historische Medaille feiern durfte. Diese Ergebnisse kommen nicht von ungefähr. Sie sind das Resultat jahrelanger Aufbauarbeit in den Vorarlberger Vereinen, im Nachwuchsbereich und in den Leistungszentren. Wie breit die Basis mittlerweile geworden ist, zeigte sich bereits bei den österreichischen Staats- und Jugendmeisterschaften im Juni in Dornbirn: 45 Medaillen – 17 davon in Gold – gingen an Vorarlberg.

Zagreb lieferte nun den internationalen Beweis dafür, dass sich diese Arbeit auszahlt. Und das Jahr 2026 ist noch lange nicht vorbei: Mit der Weltmeisterschaft im Oktober in Rotterdam sowie weiteren internationalen Höhepunkten warten bereits die nächsten großen Herausforderungen.

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Vorarlberg glänzt auf Europas großer Turnbühne
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