Sport Austria Finals (TU/TUI/Sportakrobatik)

16. bis 19. Juni 2022 | Graz

VTS-Turnerinnen holen sich den Teamtitel

Österreichs Mehrkampf-Staatsmeister 2022 im Kunstturnen heißen Carina Kröll (Salzburg) und Severin Kranzlmüller (Linz). Im Raiffeisen-Sportpark Graz setzten sich die beiden mit erstklassigen Leistungen durch, während andere Favorit*innen strauchelten oder aufgeben mussten. Silber und Bronze bei den Frauen sicherten sich die Mattersburger Schwestern Charlize vor Alissa Mörz. Bei den Männern erkämpften Ricardo Rudy (Wels, zuletzt 2x Dritter) und Askhab Matiev (Innsbruck, der Ex-Junioren-EM-Siebente turnte seinen erste Elite-Meisterschaft) ex aequo Silber. 

Die Mannschaftstitel bei den Frauen gewann zum vierten Mal in Folge Vorarlberg, heuer in der sehr jungen Besetzung mit Leni Bohle, Aurea Wutschka, Miriam Bernhard, Jaqueline Kostelac und Lilia Rief. Das Burgenland stand vorher noch nie auf einem ÖFT-Mannschaftspodium, heuer wurde es die Silbermedaille für die drei Töchter Alissa, Charlize und Collien des Ex-Nationalteam-Fußballers Michael Mörz sowie Katharina Gschiel. Tirol, in den letzten drei Jahren stets Zweiter, sicherte sich diesmal – durch Jasmin Maders Ausfall mitentscheidend geschwächt – die Bronzemedaille. 

"Mit Gold bei den Turnerinnen und Silber bei den Turnern im Teambewerb konnten die VTS-Athletinnen und Athleten erneut tolle Leistungen zeigen. Wir sind stolz auf unsere Sportlerinnen und Sportler", freute sich VTS-Präsidentin Karin Engstler.

Den Mannschaftstitel der Männer verteidigte Oberösterreich erfolgreich vor dem – wie bei den Frauen – sehr jungen Vorarlberger Team. Lokalmatador Steiermark hatte nach dem zweiten Platz 2021, davor jedoch zwei Siegen, mit dem erneuten Sieg spekuliert. Im sehr knappen Team-Medaillenkampf blieb den Gastgebern allerdings diesmal nur die Bronzemedaille. 

Die neue Frauenmeisterin Carina Kröll taucht heuer erstmals in den österreichischen Meisterschafts-Ergebnissen auf. Sie ist allerdings keine Newcomerin, sondern turnte als Doppelstaatsbürgerin bislang für Deutschland, hat bereits einen Weltcup gewonnen. Heuer im Frühjahr entschloss sich Kröll zur Fortsetzung ihrer Karriere für Österreich: „Ich bin überwältigt und unheimlich stolz. Dieser Mehrkampf heute ist mir nahezu perfekt aufgegangen.“ Die zuvor co-favorisierte Jasmin Mader (T) musste den Wettkampf nach einem missglückten Stufenbarrenabgang mit einer Knöchelverletzung aufgeben. 

Vorjahres-Vizemeister Severin Kranzlmüller freute sich „immens über diesen Erfolg. Das ist einfach mega-geil. Ich habe ganze neun Jahre lang auf meinen zweiten Mehrkampf-Titel warten müssen, jetzt ist es mir endlich gelungen. Und das nach einer durchaus schwierigen Vorbereitung.“ Vorjahresmeister Alexander Benda, 2021 der erste Österreicher im WM-Mehrkampf-Finale, konnte seiner Favoritenrolle nicht gerecht werden. Noch deutlich von einer gerade überstandenen Corona-Erkrankung geschwächt – er konnte sich erst vor vier Tagen freitesten – kämpfte sich der Grazer für sein Team mit einem erleichterten Programm auf Platz 5. 

Die – bei Weitem – höchste Wertung des Tages erhielt Vinzenz Höck an seinem Spezialgerät Ringe: Für seine erste völlig fehlerfreie Kür im heurigen Jahr erhielt er massive 15.550 Punkte. Der WM-Fünfte und Gesamtweltcupsieger des Vorjahres ist damit nach einem durchwachsenen Saisonstart und erkennbarem Aufwärtstrend in den letzten Wochen wieder zurück an der absoluten Weltspitze. 

Die Kunstturn-Staatsmeisterschaft 2022 wird im Rahmen der Sport Austria Finals am Samstag von 15 bis 19 Uhr mit den Gerätefinal-Entscheidungen fortgesetzt und abgeschlossen.

Die Mehrkampf- und Mannschafts-Medaillen-Gewinner*innen der Staatsmeisterschaften (ÖStM) und Österreichischen Meisterschaften (ÖM) im Kunstturnen Graz 2022:

  • ÖStM Elite weiblich Einzel-Mehrkampf: 1. Carina Kröll (Salzburger Turnverein), 2. Charlize Mörz (ASKÖ Kunstturnen Mattersburg), 3. Alissa Mörz (ASKÖ Kunstturnen Mattersburg)
  • ÖStM Elite männlich Einzel-Mehrkampf: 1. Severin Kranzlmüller (TGM Jahn Linz Lustenau), 2. Ex aequo Ricardo Rudy (Welser Turnverein) und Askhab Matiev (Innsbrucker Turnverein)
  • ÖStM Elite weiblich Mannschaft: 1. Vorarlberg (Leni Bohle, Aurea Wutschka, Miriam Bernhard, Jaqueline Kostelac, Lilia Rief), 2. Burgenland, 3. Tirol
  • ÖStM Elite männlich Mannschaft: 1. Oberösterreich (Severin Kranzlmüller, Ricardo Rudy, Vincent Lindpointner, Paul Schmölzer, Jakob Lindlbauer), 2. Vorarlberg, 3. Steiermark.
  • ÖM Juniorinnen Einzel-Mehrkampf: 1. Leni Bohle (TS Hohenems), 2. Ex aequo Aurea Wutschka (TS Wolfurt) und Valentina Frint (MTV Hernals)
  • ÖM Junioren U18 Einzel-Mehrkampf: 1. Gino Vetter (TS Lustenau), 2. Nicolas Ivkic (ATG Graz), 3. David Bickel (TS Wolfurt)
  • ÖM Junioren U16 Einzel-Mehrkampf: 1. Jeremy Balazs (Innsbrucker Turnverein), 2. Michael Miggitsch (KTC Klagenfurt), 3. Oskar Jenny (TS Röthis)
  • ÖM Allgemeine Klasse weiblich (B-Programm): 1. Sonja Gößler (Turn-Gym-Union Salzburg), 2. Elena Tschütscher (TS Rankweil), 3. Klara Reisel (SV Gymnastics Gänserndorf)
  • ÖM Allgemeine Klasse männlich (B-Programm): 1. Christoph Hörandtner (SV Flic Flac Wels), 2. Marco Mayr (ATSV St. Valentin), 3. Yannick Lehner (SV Gymnastics Gänserndorf)
  • ÖM Allgemeine Juniorinnenklasse (B-Programm): 1. Ceren Suicmez (TS Rankweil), 2. Marie Kaghofer (ATSV Ternitz), 3. Larissa Gschliesser (TS Rankweil)
  • ÖM Allgemeine Juniorenklasse (B-Programm): 1. Sebastian Lehner (Welser Turnverein), 2. Markus Artmann (Welser Turnverein), 3. Lenny Pfeiffer (Welser Turnverein)

VTS mit 9 Titeln erneut die nationale Nr. 1

Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Verteidigung der nationalen Spitzenposition – im Vorjahr war die VTS bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften mit 9 x Gold, 7 x Silber und 8 x Bronze vor Tirol (6/5/3) und Oberösterreich (5/3/5) im Medaillenranking voran gelegen – waren denkbar schlecht: Mit Marlies Männersdorfer, Elisa Hämmerle, Linda Chai, Christina Wegscheider, Matthias Schwab und Joel Jauk musste die heimische Delegation bei den 76. Kunstturn-Staatsmeisterschaften, die am 17./18.6. im Rahmen der Sport Austria Finals in Graz ausgetragen wurden, aus verschiedensten Gründen auf etliche potentielle Medaillenkandidat:innen - v.a. in den Eliteklassen - verzichten, weshalb die Erwartungen im Wesentlichen auf den Junior:innen ruhten. Und diese hatten denn auch wesentlichen Anteil an der neuerlich überaus eindrucksvollen Bilanz der beiden VTS-Landeskader: Mit 9 x Gold, 8 x Silber und 7 x Bronze holten sich die Ländle-Turnerinnen und Turner zum wiederholten Mal die nationale Krone, Platz 2 der Bundesländerwertung ging heuer nach Oberösterreich (6/7/4) und auf Platz 3 folgte Tirol (5/4/8).

Bei den Juniorinnen holte sich Leni Bohle (TS Hohenems) mit 47,00 Punkten nicht nur mit fast zwei Punkten Vorsprung den Mehrkampftitel, zudem erbrachte sie damit bereits als erste Turnerin das Limit für die Europäischen Olympischen Jugendspiele (EYOF) Ende Juli in der Slowakei. In den Gerätefinali gab’s als Draufgabe noch Gold am Boden und Silber am Stufenbarren. Aurea Wutschka (TS Wolfurt) holte sich im Mehrkampf die Silbermedaille und durfte sich ebenso über je eine Gold- (Schwebebalken) und Silbermedaille (Boden) in den Finalbewerben freuen. Damit hatten sie wesentlichen Anteil , dass sich die VTS-Damen zum bereits fünften Mal in Folge den Mannschaftstitel sichern konnten – und das, obwohl heuer gleich drei Starterinnen des Erfolgsteams aus dem Vorjahr nicht mit dabei waren.

In der Eliteklasse schrammte Miriam Bernhard (SG Götzis) auf Platz 4 nur knapp am Stockerl vorbei – in den Gerätefinalbewerben war sie gleich dreimal vertreten und konnte mit Silber am Sprung sowie 2 x Platz 4 (Stufenbarren und Boden) eine überaus zufriedenstellende Bilanz ziehen. Jaqueline Kostelac (TSZ Dornbirn) belegte im Mehrkampf Platz 7, holte im Balkenfinale die Bronzemedaille und war auch im Bodenfinale (Platz 5) vertreten. Die fünfte Turnerin des erfolgreichen VTS-Teams, Lilia Rief (SG Götzis) belegte im Mehrkampf Platz 13, im Balkenfinale gab’s Platz 6. Javza Ochirsukh (TSZ Dornbirn) und Anna-Lena Sutter (TS Höchst) absolvierten keinen kompletten Mehrkampf, sondern konzentrierten sich auf einzelne Geräte, wobei es Javza zumindest ins Sprungfinale (Platz 5) schaffte.

Bei den Junioren der U18 ging der Sieg im Mehrkampf an Gino Vetter (TS Lustenau), in den Finalbewerben holte er zwei weitere Titel am Boden und Barren sowie die Ränge 3 (Ringe), 4 (Reck) und 5 (Seitpferd). David Bickel (TS Wolfurt) gelang im Mehrkampf Platz 3, neben Platz 5 am Reck holte er am Finaltag einen kompletten Medaillensatz mit Gold an den Ringen, Silber am Boden und Bronze am Seitpferd. Großes Pech hatte Mateo Fraisl (TS Satteins), der sich im Mehrkampf bereits am zweiten Gerät verletzte, dann jedoch ein großes Kämpferherz bewies und am Seitpferd noch eine wichtige Übung für die VTS-Mannschaftswertung lieferte. Diese – wie auch die starken Vorstellungen am Boden und Sprung – waren denn auch verantwortlich für die Silbermedaille der Männer im Teambewerb.

Eine weitere überaus positive Überraschung lieferte Konstantin Schwärzler (TSZ Dornbirn): Nach einer langwierigen Verletzungspause erstaunte er bereits mit Platz vier im Elite-Mehrkampf, in den Gerätefinalbewerben war er gleich vier Mal vertreten und holte sich Silber am Barren, Bronze am Boden und zwei vierte Plätze an den Ringen sowie am Reck. Florian Schmidle (TS Satteins) blieb bei seinem Abschiedswettkampf leider ein Finaleinzug verwehrt – dafür durfte er sich als fünfter Starter im VTS-Team über den doch einigermaßen überraschenden Erfolg gegen die höher eingeschätzten Teams aus der Steiermark und aus Tirol freuen. Vereinskollege Elias Mayer ging nur an zwei Geräten an den Start, verpasste den erhofften Finaleinzug aber deutlich.

Im Bewerb der Junioren U16 belegten Oskar Jenny (TS Röthis), Samuel Wachter (TS Fußach) und Luca Hagen (TS Lustenau) als jüngste Starter im Teilnehmerfeld die Ränge 3 bis 5 und lieferten eine weitere Talentprobe ab. Last but not least war die VTS in den allgemeinen Klassen durch Turnerinnen der TS Rankweil vertreten, die ebenfalls für einen kompletten Medaillensatz sorgten: Bei den Juniorinnen gab’s Gold und Bronze durch Ceren Suicmez und Larissa Gschliesser, in der allgemeinen Klasse holte Elena Tschütscher die Silbermedaille. So durften denn auch die beiden VTS-Landestrainer Michael Fussenegger und Daniel Rexa gemeinsam mit ihrem Betreuer:innenteam vor Ort (Marco Baldauf, Katerina Rexa und Emel Kaya) eine mehr als zufriedenstellende Bilanz ziehen, die mit der bevorstehenden Nominierung der österreichischen EYOF-Teilnehmer:innen in Kürze eine erfreuliche Fortsetzung finden sollte.